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Kultur zum mitmachen
in Rostock & Berlin

weitere Gedanken zum Improtheater


Warum kann bzw. muss man beim Improtheater überhaupt etwas lernen oder üben, wo es doch improvisiert ist?

Improvisieren bedeutet nicht, sich etwas aus den Fingern zu saugen. Es bedeutet eher spontan auf unerwartete Situationen zu reagieren, mit den Mitteln und Fähigkeiten, die einem gerade zur Verfügung stehen. Und in der Tagesform, in der man sich gerade befindet. Etwas zu tun bzw. zu versuchen, dass man noch nicht kann oder wo man vorher nicht weiß, was dabei heraus kommt, was es bringt oder worauf es hinaus läuft.

Obwohl die Inhalte immer wieder neu improvisiert werden, gibt es Elemente die sich wiederholen. Da sind zum einen die Improtheater-Regeln, die uns helfen gute Szenen zu spielen. Zum anderen Theater-, Storytelling- und Rollenspiel-Elemente. Vor allem Pantomime, Charakterdarstellung, Geschichten aufbauen. Das sind Dinge, die man üben kann um später Langformen und komplexe freie Szenen zu spielen.

Außerdem ist es in Ordnung sich im vorneherein Charaktereigenschaften (z.B. besonders selbstbewusst oder schüchtern) oder Rollen (Chef/in, Praktikant/in, Polizist/in, Zauberer/in, etc.) zu überlegen, die man gerne mal ausprobieren will. Die anderen müssen ja trotzdem spontan darauf reagieren.

Eine Improtheater-Szene ist eine Collage aus Theater- Storytelling-, Perfomance und Spiele-Elementen.

Warum mache ich Improvisationstheater?

Am Anfang war ich auf der Suche nach einem Kommunikations- oder Verkaufstraining für meine Arbeit. Durch Zufall erzählte mir eine Freund von einer Improtheatergruppe. Schon bei meinem ersten Kurs habe ich sofort Gefallen daran gefunden und den Wert dieser Veranstaltungen erkannt. Genauso bemerkte ich, wie angeregt und gleichzeitig gelöst die Teilnehmer/innen nach den Veranstaltungen waren. Das Improvisationstheater ermöglicht es Menschen ihre kreativen Impulse auszudrücken, wie es im Alltag oft nicht möglich ist. Dabei benötigt es keine aufwändigen und teuren Vorbereitungen, Proben oder Requisiten. Lediglich ein paar einfache Hilfmittel wie Jonglierbälle. Dadurch enstehen auch keine großen Kosten für die Teilnehmer/innen, wie bei anderen Hobbys.

Aus der Not heraus habe ich angefangen selber Improtheater zu unterrichten bzw. meine eigenen Kurse zu organisieren. Anfangs wollte ich andere Menschen damit anregen ebenfalls die Kurse anzuleiten, damit ich mich zwischendurch voll aufs Spiel konzentrieren kann. Es zeigte sich jedoch bald, dass es so nicht funktionieren würde. Also fing ich an mich intensiv mit der Impro-Theorie zu beschäftigen um die Kurse besser anleiten zu können und eine Struktur in das Ganze zu bringen. Inzwischen finde ich es sehr faszinierend und befriedigend andere Menschen zu beobachten, wie sie im Schutz der Gruppe aus sich heraus wachsen, ihre Grenzen erweitern, ihre Hemmung verlieren. Im Zusammenspiel der unterschiedlichen Teilnehmer/innen entstehen teilweise beeindruckende Szenen.

Der Grundgedanke des Improtheaters ist "Ja!" sagen, annehmen was passiert und darauf aufbauen, um gemeinsam ein Ziel zu erreichen. Sich der Herausforderung zu stellen und das mögliche Scheitern zu akzeptieren. Alles Dinge die auch im Alltagsleben sehr wertvoll und häufig vernachlässigt sind.



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